Wahlprogramm zur Kreistagswahl 2004
Der Weißeritzkreis - Leben
und Arbeiten in unserer Heimat.
Die Vielfalt der Städte und
Dörfer zwischen den Höhen des Erzgebirges und der Hügellandschaft zwischen
Meißen und Dresden macht diese Region so lebenswert. Zwischen Wilsdruff und
Geising, zwischen Freital und Altenberg wollen wir Politik für die Menschen gestalten,
die hier ihre Heimat haben oder auch künftig hier leben wollen.
Dabei gilt es, die
Unterschiede zwischen den Gemeinden im Dresdner Umland und den eher ländlichen
Strukturen der Erzgebirgsregion nicht zu verwischen. Jede dieser Regionen hat
ihre Stärken, auf denen es aufzubauen und die es auszubauen gilt. Da ist
Glashütte mit seiner (wieder) weltberühmten Uhrenindustrie. Da ist Wilsdruff
mit einer Vielzahl neu angesiedelter Unternehmen. Da ist der traditionelle
Industriestandort Freital, der am Rande der Landeshauptstadt Industrie- und
Dienstleistungsbetriebe mit attraktiven Wohnstandorten in den Vororten
kombiniert. Da sind Dippoldiswalde und die Erzgebirgsgemeinden mit
mittelständischem Gewerbe und Tourismus.
So liegen im Umfeld der Landeshauptstadt Gemeinden, denen
es gelingt, von der "Leuchtturmfunktion" Dresdens zu profitieren und
daraus Chancen für die Ansiedlung von Betrieben und neuen Einwohnern zu
schaffen. Die höhere Bevölkerungsdichte ermöglicht es, eine Vielzahl sozialer
Infrastruktureinrichtungen vorzuhalten und in Folge des höheren
Fahrgastaufkommens durch einen dichteren öffentlichen Personennahverkehr zu
vernetzen.
Die Stärken des oberen
Kreisgebietes liegen in der Offen- und Weitläufigkeit. Das reiche touristische
Angebt in den Städten und Gemeinden ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor.
Allein vom Tourismus wird die Region aber nicht leben können. Darum gilt es,
gerade auch nach dem Bau der A 17 zwischen Dresden und Prag, aber auch nach der
absehbaren Entlastung der B 170 vom Schwerlastverkehr weitere Stärken der
Region für die Ansiedlung und den Erhalt möglichst vieler gewerblicher
Arbeitsplätze zu entwickeln.
Eine große Herausforderung
für die Menschen in unserer Heimat und die Politik im Kreis, den Städten und
Gemeinden war die Bewältigung des Augusthochwassers des Jahres 2002. Mit
Schäden, die sich auf eine dreiviertel Milliarde ? summiert haben, waren wir
eine der am schwersten betroffenen Regionen. Dank der vielfältigen Hilfen, die
die Opfer der Flut aus anderen Regionen, von Gebietskörperschaften, vom
Freistaat Sachsen und von der Bundesregierung erfahren haben und des hohen
persönlichen Engagements der Betroffenen ist es gelungen, die schlimmsten
materiellen Folgen zu beheben. Dennoch bleiben die Erinnerungen für viele
Betroffene eine Last, an der sie schwer zu tragen haben.
Über die Bewältigung der
Folgen der Jahrhundertflut hinaus hat der Weißeritzkreis in den vergangenen
Jahren die Probleme deutlich besser meistern können als andere. Dies ist
wesentlicher Verdienst der CDU-Kreistagsmehrheit und der Politik des
CDU-Landrates, Bernd Greif.
Sie werden dabei unterstützt
von den CDU-Landtagsabgeordneten, Frau Andrea Dombois, der 2. Vizepräsidentin
des Sächsischen Landtages. Sie vertritt die Region seit 1990 im Sächsischen
Landtag. Seit 1999 engagiert sich der CDU-Landtagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende,
Dr. Roland Wöller, im Landtag für die Interessen unserer Region. Als
hochschulpolitischer Sprecher gehört er zur Führung der CDU-Fraktion. Beide
Abgeordnete bewerben sich im September, in den beiden Wahlkreisen, die auf dem
Gebiet des Landkreises neu gebildet wurden, als direkt gewählte Abgeordnete in
den Sächsischen Landtag einzuziehen. Dort wollen sie unserer Heimat Stimme und
Gewicht geben.
Wir wollen auch in der
kommenden Amtsperiode des Kreistages sicherstellen, dass Menschen aller Generationen
im Weißeritzkreis ein attraktives Angebot finden. Wir wollen ein vielfältiges
Angebot zur Freizeitgestaltung, aber wir brauchen vor allem sichere und
zukunftsfähige Arbeitplätze für die Menschen, ein gutes schulisches Angebot und
Betriebe, die über die wirtschaftliche Leistungskraft verfügen, jungen Menschen
Ausbildungsplätze im gegliederten Ausbildungssystem zur Verfügung zu stellen.
Hier stehen wir vor den
größten Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden
wollen wir zusätzliche ansiedlungswillige Betriebe in die Region holen und
bestehende Arbeitsplätze sichern. Dies wird uns aber nur gelingen, wenn durch
eine veränderte Politik im Bund wieder die Weiichen
für Wachstum und Beschäftigung gestellt werden.
Wirtschaftlicher Aufschwung
wird nicht durch Umverteilung oder die Förderung ideologisch belasteter
Technologien oder eine Ausbildungsabgabe erreicht - entscheidend sind
Wachstumsinitiativen, die für Unternehmen und unternehmenswillige Menschen die
Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg sichern. Statt über Abwanderung
zu klagen, gilt es die Ursachen zu bekämpfen.
Wir wollen Politik für die
Menschen realisieren. Wir wollen anpacken, die Probleme zu lösen, wo andere die
Symptome beklagen. Wir wollen Klartext reden, wo andere das Unangenehme
verschweigen. Wir wollen mit unseren politischen Freunden und Partnern in den
Städten und Gemeinden, im Freistaat und
im Bund für die Interessen unserer Heimat zusammenarbeiten, wo andere eine
Unabhängigkeit hochhalten, die in jedem Einzelfall die aufwendige Suche nach
Bündnispartnern zur Folge hat.
Die Bürgerinnen und Bürger des
Weißeritzkreises wollen eine verantwortungsvolle Politik für ihre Heimat. Sie
wollen hier leben und arbeiten. Dazu machen wir ein Angebot.
Unsere Politik muss sich
nach vorne richten. Wir wollen die Erfolge der Vergangenheit nicht aus dem Auge
verlieren, aber im Vordergrund müssen die Perspektiven unserer Region stehen.
Schulen
Im Weißeritzkreis besteht eine leistungsfähige und wohnortnahe
Schulstruktur. Mit der Verabschiedung der Schulnetzplanung besteht für den
Weißeritzkreis Klarheit über die Perspektiven der Grundschulen, der Mittelschulen,
der Gymnasien, der Förderschulen und der Berufsschulen.
Wir wollen die
grundlegendere Rekonstruktion des Gymnasiums Dippoldiswalde zeitnah
abschließen. Wir haben im Kreistag Initiativen unternommen, auch im Interesse
eines Erhalts des Sportförderstandortes Altenberg, einen Ausbau der dortigen
Außenstelle des Gymnasiums zu realisieren.
Noch in diesem Jahr soll mit
dem Neubau einer Dreifeldsporthalle am Gymnasium Freital-Deuben
der erste Schritt zur Rekonstruktion dieses größten sächsischen Gymnasiums
unternommen werden. Weitere Ausbaumaßnahmen sollen sich unmittelbar
anschließen.
Die Stadt Freital hat mit
der Aufhebung der Schiller-Schule die Voraussetzung geschaffen, an dieser
Stelle kurzfristig das Förderschulzentrum in der Großen Kreisstadt
einzurichten. Für den Aufbau eines Förderschulzentrums im Bereich von
Dippoldiswalde müssen Möglichkeiten der Verwendung nach der Genehmigung der
Schulnetzplanung frei werdender Schulgebäude geprüft und umgesetzt werden.
Mit dem Neubau des
Berufsschulzentrums in Freital und der Sanierung in Dippoldiswalde bestehen
hier ausgezeichnete Voraussetzungen junge Menschen auf den Beruf vorzubereiten.
Weitere Sanierungsschritte müssen in Abhängigkeit von den finanziellen
Möglichkeiten des Kreises und der Förderbereitschaft des Freistaats folgen.
Verkehrspolitik
Stärker noch als die
Weißeritz prägt heute die B 170 als stark befahrene Transitstrasse zwischen
Dresden und Zinnwald die anliegenden Gemeinden und den ganzen Weißeritzkreis.
Im nördlichen Kreisteil schneidet die B 173 im Stadtgebiet von Wilsdruff den Kreis,
vor allem in der Ortslage Kesselsdorf sind damit massive Belastungen für die
Anwohner verbunden. Darüber hinaus strreift die A 4
bei Wilsdruff den Weißeritzkreis. Zwischen Freital und Bannewitz wird noch in
diesem Jahr ein weiteres Teilstück der A 17, der Verbindungsautobahn zwischen
Dresden und Prag, als Teil des transeuropäischen Netzes in Betrieb genommen.
Unser Kreis ist auf die
aktuellen verkehrlichen Belastungen nicht vorbereitet. Die
B 170 wird auch nach der
Fertigstellung der A 17 erheblichen Güter- und Personenverkehr in Richtung
Tschechische Republik aufnehmen. Darum ist uns die Entlastung der
Ortsdurchfahrten vom Durchgangsverkehr ein wichtiges Anliegen. Dies wird ohne
Unterstützung der Bundespolitik nicht zu erreichen sein. Wir halten am Ziel des
Kreistages fest, zwischen Dippoldiswalde und Altenberg eine alternative Trasse
auszubauen. Wir wollen damit die Anwohner der bestehenden Trasse, die in der
Enge des Weißeritztals teilweise unzumutbare
Belastungen erfahren, nachhaltig entlasten, ohne die Anwohner an der
Alternativ-Trasse zu überfordern.
Bis zu einer nachhaltigen
Entlastung der B 170 durch Öffnung der A 17 müssen geeignete verkehrssteuernde Maßnahmen ergriffen werden, die eine
Belastung der Gemeinden durch rückstauende LKWs vermeiden
helfen.
Die bestehende
Streckenführung der B 173 führt vor allem zwischen Kesselsdorf und Mohorn zu
erheblichen Problemen. Die seit langem projektierte Ortsumfahrung Kesseldorf
muss im Rahmen dieser wichtigen Verbindungsstrecke zwischen Freiberg und
Dresden kurzfristig realisiert werden. In der weiteren Streckenführung in
Richtung Dresden ist auf den Ausbau des Zubringers zur A 17 zu drängen, da nur so kurze und schnelle
Anbindungen an die Landeshauptstadt garantiert werden. Anderenfalls droht ein Ausweichverkehr, der überwiegend von der
Stadt Freital zu tragen wäre. Mit dem Bau der neuen Zubringer müssen straßenbegleitende
Radwege realisiert werden.
Noch in diesem Jahr muss der
Ausbau der S 36 zwischen Kesselsdorf und Freital realisiert werden, der Freital
und Tharandt an die A 17 anbindet. In Bannewitz muss der Bau der S 191 mit
allem Engagement nach der Planfeststellung zügig angegangen werden. Damit wird
Schleichverkehr über Dorfstraßen und durch Wohngebiete vermieden. Dafür stehen
Straßenbaumittel des Bundes, der EU und des Freistaats zur Verfügung.
Bei den Staats- und
Kreisstraßen hat die Flut Schäden
hinterlassen, deren Beseitigung im Interesse einer geordneten Verkehrsführung
zwingend erforderlich ist. Dies gilt beispielsweise für die Verbindung von
Tharandt und Höckendorf. Wir fordern die Sächsische Staatsregierung und die
Bundesregierung auf, die zur Beseitigung dieser bestätigten Flutschäden
erforderlichen Finanzmittel bereitzustellen, damit bald mit der Realisierung
der Maßnahmen begonnen werden kann. Der Abschluss der
Hochwasserrekonstruktionen muss auch über das Jahresende hinaus vorangetrieben
werden.
Die regelmäßige Sanierung
und Instandhaltung von Staats- und Kreisstraßen muss abhängig von den
finanziellen Möglichkeiten fortgeführt werden.
Schienenverkehr
Neben dem Straßennetz kommt
dem Schienenverkehr im Weißeritzkreis besondere Bedeutung zu. Die Sachsenmagistrale, die von Dresden über Freital und
Tharandt nach Chemnitz führt, erfüllt im unteren Kreisgebiet, die Müglitztalbahn zwischen Heidenau und Altenberg - im oberen
Kreisgebiet - eine wichtige Erschließungsfunktion.
Als wichtiges Bindeglied
fungiert die durch das Augusthochwasser 2002 teilweise stark zerstörte
Weißeritztalbahn. Diese Schmalspurbahn mit ihrer Streckenführung durch die
reizvolle Landschaft des Rabenauer Grundes, entlang der Talsperre Malter und
über die Kreisstadt Dippoldiswalde nach Kipsdorf ist nicht nur für
Eisenbahnfreunde ein Kleinod. Sie ist eine wesentliche touristische Attraktion
des Weißeritzkreises und ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt nicht nur
für Tagestouristen.
Die CDU-Kreistagsfraktion
und andere Amts- und Mandatsträgern der Union haben im vergangenen Jahr keine
Möglichkeit ausgelassen, gegenüber dem Bund, der Deutschen Bahn AG und dem
Freistaat Sachsen auf den Wiederaufbau dieser wichtigen Kleinbahnstrecke zu
drängen. Wir wollen, dass die von Bund und Land gegebenen Versprechen,
insgesamt 20 Mio. € zur Verfügung zu stellen, endlich eingelöst werden.
Wir unterstützen die
Interessengemeinschaft Weißeritztalbahn e.V., die mit hohem Engagement die
Befahrbarkeit der Strecke zwischen Seifersdorf und Dippoldiswalde wieder
hergestellt hat.
Für einen dauerhaften
Betrieb muss die Weißeritztalbahn an einen privaten Betreiber übertragen
werden. Damit könnte der Wiederaufbau der Gesamtstrecke zwischen Freital und
Kipsdorf angegangen werden. Ein wichtiger Partner ist der Verkehrsverbund
Oberelbe, der gegenwärtig für alle Schmalspurbahnen des Verbandes ein
touristisches Marketingkonzept entwickelt, dass die Attraktivität dieser
Kleinodien erhöhen soll.
Regionale Wirtschaftspolitik
In den vergangenen 5 Jahren
hat sich die Zahl der gewerblichen Betriebe im Weißeritzkreis - der
wirtschaftlich schwierigen Situation im Bund zum Trotz - um 7 % erhöht. Das
Schwergewicht machen dabei moderne klein- und mittelständische
Industrieunternehmen, vornehmlich des verarbeitenden Gewerbes, touristische und
Handwerksbetriebe sowie Betriebe der Land- und Forstwirtschaft aus. Sie wollen
wir im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.
Größter Arbeitgeber im Kreis
ist die Bavaria-Klinik Kreischa, größter Industriebetrieb ist das Edelstahlwerk
Freital. Die bekanntesten Unternehmen sind die Uhrenbetriebe in Glashütte, die
den Namen Glashütte wieder in alle Welt tragen.
Die CDU-Kreistagsfraktion
hat mit einer Vielzahl von Initiativen, Anträgen und Beiträgen die
wirtschaftspolitischen Fragestellungen aufgegriffen und die konzeptionelle
Entwicklung des Kreises vorangetrieben. Zusammen mit den Landtagsabgeordneten
konnte im Landesentwicklungsplan durchgesetzt werden, dass Freital und
Dippoldiswalde auch in Zukunft als Mittelzentren besondere Aufmerksamkeit
erfahren und im Planungsverband eine wesentliche Rolle spielen.
Nach der Verabschiedung
dieses Landesentwicklungsplanes wird es in der nächsten Amtsperiode des
Kreistages darauf ankommen, mit den übrigen im regionalen Planungsverband
zusammengeschlossenen Landkreisen und der Landeshauptstadt Dresden ein
regionales Entwicklungskonzept zu verabschieden, das die Mittelzentren
Dippoldiswalde und Freital aber auch den Weißeritzkreis insgesamt, sowohl
untereinander als auch in der Region und mit dem Oberzentrum Dresden vernetzt.
Staatliche Planung und
Wirtschaftsförderung kann jedoch nur die Rahmenbedingungen festlegen, nicht
jedoch unternehmerische Eigeninitiativen ersetzen.
Die CDU-Kreistagsfraktion
wird nach der Wahl den eingeschlagenen Weg der Förderung des regionalen
Mittelstandes insbesondere durch Ausbau der Infrastruktur sowie Förderung
regionaler und überregionaler Netzwerke konsequent fortsetzen.
Mit dem Beitritt der
Tschechischen Republik zur Europäischen Union verliert der Weißeritzkreis seine
Randlage. Die Erweiterung der EU birgt Chancen, aber auch Risiken. Durch
Kooperationen zwischen Unternehmen und Betrieben mit tschechischen Partnern und
im böhmischen Raum werden Synergieeffekte erzielt. Sie
werden die die Wirtschaftskraft der
Region beiderseits der Grenzen stärken. Die in diesem Jahr durch Fusion neu
entstehende "Ostsächsische Sparkasse Dresden" wird Unternehmen
unserer Region zusammen mit einer Vielzahl von Fördereinrichtungen der
Wirtschaft und des Freistaats in der Zusammenarbeit mit den tschechischen
Partner unterstützen.
Soziales
Für uns gilt das Wort:
"Sozial ist, was Beschäftigung schafft." Darum ist für uns erstes
Ziel der Sozialpolitik, Menschen wieder in die Lage zu versetzen, selbst die
Verantwortung für sich und ihre Angehörigen wahrzunehmen. Darum ist eine wachstumsorientierte
Wirtschaftspolitik letztlich die beste Sozialpolitik. Sie nimmt die
Leistungsfähigen und Leistungswilligen mit und gibt ihnen Chancen, wieder
Leistungen zu erbringen. Sie schafft damit die Voraussetzungen, den sozialen
Ausgleich tatsächlich auf diejenigen zu konzentrieren, die vorübergehend oder
dauerhaft nicht am Leistungsprozess teilnehmen können.
Steigende Ausgaben des
Sozialhaushaltes werden zu einer kaum mehr tragbaren Belastung für die
Wirtschaftskraft der Landkreise. Das gilt speziell für den
Landeswohlfahrtsverband (LWV) bei dem durch mehr direkte Verantwortlichkeiten
Grundgedanken wirtschaftlichen Verhaltens zum Durchbruch verholfen werden
müssen. Dies gilt aber insbesondere auch für die im Weißeritzkreis steigenden
Ausgaben der Hilfen zum Lebensunterhalt.
Die Hartz-Gesetze
drohen mit Veränderungen der Leistungen für Langzeitarbeitslose die ohnehin
knappen finanziellen Spielräume im Kreisetat zusätzlich zu beschneiden. Ohne
eine vollständige Kompensation der Kosten können die Landkreise keine
zusätzlichen Leistungen schultern.
Die Aufgaben des
Weißeritzkreises im Sozialbereich sind vielfältig. Sie reichen vom
Gesundheitsamt über Beratungs- und Betreuungseinrichtungen für Kinder und
Jugendliche in besonderen Lebenslagen bis zur Beratung von Familien und der
teilweisen Übernahme der Erziehungsverantwortung. Dabei werden in der Regel
freie Träger in den Beratungs- und Betreuungsprozess einbezogen. Dabei werden
wir auch in Zukunft auf eine Trägervielfalt achten.
Die aus dem sozialen Etat
geförderten oder weitgehend finanzierten Einrichtungen sozialer
Betreuungsstrukturen und präventiver Maßnahmen müssen einer ständigen
Aufgabenkritik unterzogen werden. Dabei gilt es, unnötige Doppelangebote zu
vermeiden und verschiedene Angebote im Interesse einer wirtschaftlichen
Erbringung der Leistung zusammenzuführen. Wir werden das vorhandene breite
Angebot auf Dauer nur dann qualifiziert gewährleisten können, wenn wir die
Angebote auf das Notwendige begrenzen und als Voraussetzung künftiger Förderentscheidungen
die wahrgenommenen Aufgaben einer ständigen Überprüfung unterziehen.
Besondere Anerkennung im
sozialen Bereich verdienen die vielfältigen Initiativen, Klubs und Vereine, die
sich in Verantwortung für die Gemeinschaft diesen Aufgaben verschrieben haben.
Dies gilt insbesondere im Jugendbereich, wo Schulen, Kirchen, Sportvereine und
Feuerwehren ein vielfältiges Angebot der gebundenen Jugendarbeit realisieren,
das neben der eigentlichen Vereinstätigkeit eine Vielzahl sozialer Kompetenzen
vermittelt, die in der offenen Jugendarbeit nur schwer zu realisieren sind. Die
offene Jugendarbeit wollen wir in ihrer ergänzenden und unterstützenden
Funktion fördern.
Ehrenamt
Wir schätzen und
unterstützen das ehrenamtliche Engagement vieler Einwohner des
Weißeritzkreises. Sie sind damit Vorbild staatsbürgerlichen Verhaltens und
Motor des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Diese ehrenamtlichen
Verpflichtungen stärken den Zusammenhalt in unserer freien Gesellschaft. Dies
ist die Form praktischer Solidarität, die wir in der Flutkatastrophe im
Weißeritzkreis vielfach erfahren haben. Ohne diese gelebte Mitmenschlichkeit
hätten wir viele Herausforderungen nicht bewältigen können.
Der auf Initiative der
CDU-Fraktion geschaffene Weißeritztaler, mit dem der Landkreis ehrenamtliche
Verdienste von Mitbürgerinnen und Mitbürgern würdigt, kann nur eine kleine
Anerkennung für das vielfältige Engagement sein.
Sport
Mit der engagierten Förderung
des Freistaates Sachsen und des Bundes ist gelungen, die sportliche
Infrastruktur im Weißeritzkreis kontinuierlich auszubauen. Zentren sportlicher
Entwicklung sind die Erzgebirgsgemeinden Geising und Altenberg, wo vor allem
die Aktivitäten im Umfeld des Olympiastützpunktes im Interesse der
touristischen Attraktivität noch besser vermarktet und deren Sportstätten
kontinuierlich weiter entwickelt werden müssen. Der Ausbildungsschwerpunkt
Volleyball in Dippoldiswalde verdient ebenso besondere Aufmerksamkeit wie
insbesondere die Aktivitäten des SV Hainsberg in Freital.
Den Sportschwerpunkt der
Außenstelle Altenberg des Gymnasiums Dippoldiswalde gilt es zu sichern und die
sportliche Orientierung des Mittelschule Hainsberg
auszubauen.
Der Breitensport, der im
gesamten Kreisgebiet eine bedeutende Rolle spielt und die notwendige Basis des
Spitzensports darstellt, verdient unsere Förderung. Die Vielzahl der Vereine
leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung, hier
finden auch viele Kinder und Jugendliche ein hervorragendes Feld persönlicher
Bewährung, sozialen Lernens und aktiver Freizeitgestaltung fern einer
konsumorientierten Grundhaltung.
Die Unterstützung des Baus
zusätzlicher Hallenkapazitäten mit einer in Zusammenarbeit mit der Stadt
Dippoldiswalde geplanten Vierfeldhalle und der für das Gymnasium Freital-Deuben geplanten Dreifeldhalle wird der
Weißeritzkreis zusätzliche Attraktivität für die Durchführung sportlicher
Großveranstaltungen gewinnen. Im Interesse einer besseren Nutzung örtlicher
Hallenkapazitäten sollen Möglichkeiten geprüft werden, diese außerhalb der
üblichen Trainingszeiten den Sportvereinen für den Seniorensport zur Verfügung
zu stellen.
Kultur
Das kulturelle Angebot für
die Bürgerinnen und Bürger des Weißeritzkreis wird
darüber hinaus geprägt von der kulturellen Vielfalt der Landeshauptstadt, das
auch entscheidend zur touristischen Attraktivität unserer Region beiträgt. Die
vielfältigen Aktivitäten von Vereinen und Gruppen in den Städten und Gemeinden
gewährleisten zum einen die Verbindung zur Geschichte unserer Region und zum
anderen aktives kulturelles Bürgerengagement.
Nach dem Stadtkulturhaus
Freital werden nach dem Abschluss der Rekonstruktionsmaßnahmen die Parksäle als
zweites Kulturzentrum in städtischer Verantwortung ihre Arbeit aufnehmen. Der
Kreistag hat mit der Übernahme der Sanierungskosten eine wesentliche Voraussetzung
dieser für das gesamte obere Kreisgebiet wichtigen kulturellen Einrichtung
geschaffen.
Feuerwehr
Die Mitglieder der
Feuerwehren im Weißeritzkreis leisten eine wichtige und wesentliche Aufgabe für
die Gemeinschaft. Sie setzen sich selbst der Gefahr aus, um anderen zu helfen.
Sie sind in vielen Gefahrenlagen die ersten Helfer vor Ort. Sie bilden damit
das Rückgrat der gemeindlichen Gefahrenabwehr durch die ortsansässige
Bevölkerung. Wir leisten unseren Beitrag, die örtlichen Feuerwehren mit ihren
erfahrenen und geschulten Kameraden auch mit geeigneter Technik auszustatten.
Hier hat der Weißeritzkreis eine wesentliche Aufgabe. Er entscheidet in
Zusammenarbeit mit den Gemeinden über die Verteilung der Fördermittel mit.
Rettungsleitstellen
Gerade aus den Erfahrungen
des Augusthochwassers 2002 wissen wir, dass im Katastrophenfall die Kooperation
zwischen den verschiedenen Behörden, Verbänden und Institutionen funktionieren
muss. Dazu braucht es die konkrete Ortskenntnis und eine fundierte Kenntnis der
Strukturen und der Zusammenhänge. Dies ist auch durch eine noch so aufwendige
Technik nicht zu ersetzen. Darum unterstützt die CDU des Weißeritzkreises im
Kreistag und im Landtag den Erhalt der bestehenden Rettungsleitstelle in
Dippoldiswalde.
Sicherung der finanziellen Leistungsfähigkeit
Die finanzielle
Leistungsfähigkeit der Kreise und Kommunen wird sich als Ergebnis der
erfolglosen Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung weiter
verringern. Der Einbruch bei den Steuereinnahmen führt auch für den Landkreis
zu einer spürbaren Verringerung der Einnahmen.
Wenn in der letzten
Amtsperiode des Kreistags der Verschuldungsstand des Weißeritzkreises nahezu
konstant gehalten werden konnte, dann ist dies die Folge der Mobilisierung von
stillen Kapitalreserven, die durch die Privatisierung der Krankenhäuser
Dippoldiswalde und Freital, aber auch den Verkauf von Geschäftsanteilen am
Regionalverkehr Dresden (RVD) realisiert werden konnten.
Auf dieser Grundlage hat die
CDU-Kreistagsfraktion in der vergangenen Legislaturperiode zur Verstetigung der
Investitionen - u. a. für den Straßen- und den Schulhausbau - beigetragen und
eine Verringerung der konsumtiven Ausgaben unterstützt. Diesen weg müssen und
werden wir konsequent fortsetzen.
Die Erfolge dieser Politik
der letzten 10 Jahre und damit die Erfolge der Politik des Weißeritzkreises
finden sich unter anderem in
Die notwendigen
Privatisierungsentscheidungen sind auch uns nicht leicht gefallen. Aber weil
sie wichtig für die Zukunft unseres Kreises waren, haben wir sie trotz aller
Hindernisse durchgesetzt.
Heute wissen wir, dass wir
für die Krankenhäuser bei weitem nicht mehr die Erlöse erzielen könnten, die
wir im Interesse unseres Kreises durchsetzen konnten. Wir wissen auch, dass wir
die Krankenhäuser aus eigener Kraft kaum mehr betreiben könnten.
Die CDU im Weißeritzkreis und die
CDU-Kreistagsfraktion können auf 5 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Wir haben
den Weißeritzkreis nachhaltig voran gebracht.
Darauf gilt es aufzubauen. Wir haben
die richtigen Kandidatinnen und Kandidaten. Wir haben ein zukunftsfähiges
Programm. Wir werden in bewährter und guter Zusammenarbeit mit der
Staatsregierung den Weißeritzkreis voran bringen.
Darum werben wir um Ihre Stimme. Eine
klare und nachvollziehbare Politik braucht eine klare Mehrheit. Darum geben
auch Sie Ihre Stimme der CDU.