F wie Fördertürme Freital – Erinnerungszeichen des Steinkohlebergbaus
Wer durch Freital fährt, entdeckt sie an zwei Stellen im Stadtgebiet schon von weitem: die markanten Fördertürme in Burgk und Zauckerode. Die stählernen Konstruktionen erinnern an die lange Bergbautradition der Region und stehen heute als technische Denkmale für ein Kapitel der Stadtgeschichte, das Freital über Jahrhunderte geprägt hat.
Erinnerungsorte des Freitaler Bergbaus
Die beiden Fördertürme sind rund 28 Meter hoch und wiegen jeweils etwa 54 Tonnen. Heute erfüllen sie keine technische Funktion mehr, sondern dienen als sichtbare Wahrzeichen und Erinnerungsorte an den Steinkohlebergbau in Freital.
Der Bergbau prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Region über viele Generationen hinweg und war ein wesentlicher Grund für die Entstehung der heutigen Stadt Freital. Die Fördertürme sind deshalb nicht nur technische Relikte, sondern auch Symbole der industriellen Vergangenheit und der Arbeitswelt vieler Freitaler Familien.
Ursprung in Dresden-Gittersee
Ursprünglich standen die beiden Fördergerüste nicht in Freital, sondern auf dem Gelände des ehemaligen Bergbaubetriebes „Willi Agatz“ in Dresden-Gittersee.
Dort waren sie jahrzehntelang Teil der Bergwerksanlagen. Das Fördergerüst des Schachtes 2 wurde 1952, das des Schachtes 1 1959 errichtet. Beide Anlagen wurden vom VEB Stahl- und Brückenbau Ruhland gefertigt und waren bis zur Einstellung der Förderung im Jahr 1989 in Betrieb.
Nach dem Ende des Bergbaus bestand zunächst die Hoffnung, die Fördergerüste am ursprünglichen Standort zu erhalten und museal zu nutzen. Da hierfür jedoch keine Einigung erzielt werden konnte, drohte der vollständige Rückbau der Anlagen.
Wiederaufbau in Freital
Um die letzten Fördergerüste des sächsischen Steinkohlenbergbaus zu bewahren, erklärte sich die Stadt Freital schließlich bereit, die Anlagen zu übernehmen. Gemeinsam mit der WISMUT GmbH und mit Unterstützung des Bergbau- und Hüttenvereins Freital e. V. wurden die Gerüste demontiert, aufgearbeitet und an neuen Standorten wieder aufgebaut.
Seit 2003 stehen die beiden Fördergerüste nun an bergbauhistorisch bedeutenden Orten im Stadtgebiet:
- Freital-Zauckerode, auf dem Gelände des ehemaligen Oppelschachtes an der Wilsdruffer Straße
- Freital-Burgk, im Umfeld von Schloss Burgk und dem ehemaligen Unteren Revier
Mit ihrer Umsetzung wurden zwei der letzten erhaltenen Fördergerüste des sächsischen Steinkohlebergbaus als montantechnische Denkmale gesichert.
Teil eines größeren bergbauhistorischen Netzwerks
Die Fördertürme sind nur zwei von vielen Orten in Freital, die an die Bergbaugeschichte erinnern. Weitere Zeugnisse dieser Zeit sind beispielsweise:
- der Museumskomplex der Städtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk mit seinen Bergbauschauen
- das Huthaus Burgk
- historische Halden im Sau- und Hüttengrund
- die Rösche des Segen-Gottes-Schachtes
- Grubenhunte in Pesterwitz und Kleinnaundorf
- sowie bergbautechnische Exponate wie die erste elektrische Grubenlok „Dorothea“
Diese Orte zeigen, wie stark der Bergbau die Landschaft, die Wirtschaft und das Leben der Menschen in der Region geprägt hat.
Bedeutung für Freital heute
Heute sind die Fördertürme nicht nur technische Denkmale, sondern auch wichtige Identifikationspunkte für die Stadt Freital. Sie erinnern an die industrielle Vergangenheit und an die Arbeit vieler Generationen von Bergleuten.
Als weithin sichtbare Bauwerke prägen sie zudem das Stadtbild und machen ein Stück regionaler Geschichte im Alltag sichtbar. Für Besucher und Einwohner gleichermaßen sind sie ein Symbol für die bergbaulichen Wurzeln Freitals und ein eindrucksvolles Zeugnis der Industriekultur in Freital.