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Freital von A bis Z - K wie König-Albert-Denkmal

verfasst am 18.05.2026

K wie König-Albert-Denkmal – Das Wahrzeichen auf dem Windberg

Hoch über dem Weißeritztal erhebt sich eines der bekanntesten Wahrzeichen Freitals: das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg. Der 17 Meter hohe Sandstein-Obelisk prägt seit mehr als 120 Jahren das Stadtbild und ist weit über die Grenzen Freitals hinaus sichtbar.

Das Denkmal verbindet auf besondere Weise die Geschichte Sachsens, die Entwicklung des Plauenschen Grundes und die Bergbaugeschichte Freitals. Durch seine exponierte Lage auf dem Windberg ist es bis heute ein beliebtes Ausflugsziel und ein identitätsstiftender Ort für viele Freitalerinnen und Freitaler.

Dankbarkeit für König Albert

Errichtet wurde das Denkmal zu Ehren des sächsischen Königs Albert von Sachsen (1828–1902). Besonders im Plauenschen Grund war der Monarch sehr beliebt. Einen bleibenden Eindruck hinterließ vor allem sein schnelles Handeln nach dem schweren Hochwasser von 1897 entlang der Weißeritz.

König Albert entsandte damals ohne große Bürokratie militärische Hilfe in die betroffenen Orte. Viele Menschen verbanden damit konkrete Hilfe in einer schweren Zeit. Nach seinem Tod im Jahr 1902 entstand deshalb der Wunsch, ihm ein Denkmal zu widmen.

Organisiert wurde das Vorhaben vom „Konservativen Verein des Plauenschen Grundes“ unter Leitung von Ferdinand Max Georgi, dem Direktor des Königlichen Steinkohlenwerks Zauckerode. Finanziert wurde das Denkmal größtenteils durch Spenden aus der Bevölkerung – ein Zeichen großer Verbundenheit mit dem König und der Region.

Planung und Bau des Denkmals

Im Jahr 1903 wurden verschiedene Entwürfe für das Denkmal eingereicht. Die Herausforderung bestand darin, ein Bauwerk zu schaffen, das sowohl aus der Ferne beeindruckt als auch aus der Nähe eine besondere Wirkung entfaltet.

Den Zuschlag erhielt schließlich der Dresdner Architekt Max Hans Kühne, der später unter anderem durch das Dresdner Schauspielhaus und den Leipziger Hauptbahnhof bekannt wurde.

Der Bau begann im November 1903. Verwendet wurden über 500 Kubikmeter Sandstein aus einem Kleinnaundorfer Steinbruch. Das reliefartige Reiterstandbild König Alberts schuf der Dresdner Bildhauer Heinrich Wedemeyer.

Am 18. August 1904 wurde das Denkmal feierlich eingeweiht. Zahlreiche Gemeinden, Vereine, Bergbauunternehmen und Bürger nahmen an den Feierlichkeiten teil. Das Ereignis entwickelte sich zu einem großen Festtag für den gesamten Plauenschen Grund.

Das Denkmal als „Krone“ Freitals

Durch seine Lage auf dem Windberg entwickelte sich das König-Albert-Denkmal schnell zu einem Symbol der Region. Der Windberg selbst gilt bis heute als „Hausberg“ Freitals und überragt die Stadt um etwa 180 Meter.

Seit der Errichtung des Denkmals wird häufig davon gesprochen, dass der Windberg eine „Krone“ trägt. Besonders in den Abendstunden, wenn der Obelisk angestrahlt wird, prägt er das Panorama der Stadt.

Heute gehört das Denkmal zu den beliebtesten Aussichtspunkten Freitals. Von hier aus bietet sich ein beeindruckender Blick über das Weißeritztal und große Teile des Stadtgebiets.

Erinnerung an den Bergbau

Direkt neben dem Denkmal erinnert ein weiterer Gedenkstein an die Bergbaugeschichte des Döhlener Beckens. Die Inschrift stammt vom Freitaler Ehrenbürger Hellmuth Heinz:

„Siehe Wanderer, ins Tal, wie es erfüllt von Streben.
Aus des Bergmanns Fleiß entstand und lebt es bis heute.“

Damit wird deutlich, wie eng die Entwicklung Freitals mit dem Steinkohlenbergbau verbunden ist. Ohne den Fleiß der Bergleute wäre die industrielle Entwicklung der Region nicht möglich gewesen.

Schäden, Verfall und Sanierung

Im Laufe der Jahrzehnte blieb das Denkmal nicht von Schäden verschont. Witterungseinflüsse, politische Veränderungen und Vandalismus hinterließen deutliche Spuren am Bauwerk.

Das Reiterrelief König Alberts wurde nach 1951 sogar verdeckt und geriet zunehmend in Vergessenheit. Erst nach 1990 wurde es wieder freigelegt.

In den Jahren 2007 und 2008 erfolgte eine umfassende Sanierung des Denkmals, die zu großen Teilen durch private Spenden finanziert wurde. Dabei wurde auch die historische Bronzetafel originalgetreu erneuert.

2021 wurde das Reiterstandbild erneut restauriert und beschädigte Sandsteinteile ersetzt. Seitdem präsentiert sich das Wahrzeichen wieder in einem würdigen Zustand.

Bedeutung für Freital heute

Das König-Albert-Denkmal ist heute:

  • Wahrzeichen und Symbol Freitals
  • bedeutendes Denkmal der Stadtgeschichte
  • Erinnerung an die Bergbau- und Industriegeschichte
  • beliebtes Ausflugs- und Wanderziel
  • wichtiger Aussichtspunkt über das Weißeritztal
  • identitätsstiftender Ort für viele Freitalerinnen und Freitaler

Es verbindet Geschichte, Heimatgefühl und Landschaft auf einzigartige Weise und erinnert bis heute daran, wie eng Freitals Entwicklung mit Gemeinschaftssinn, Bergbau und regionaler Identität verbunden ist.

Bildnachweise:

© Stadt Freital / Tilo Harder